Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn die Rede von „Social Media“ ist?
Wahrscheinlich denken Sie an Facebook.
Seit dem Start von Facebook vor etwas mehr als einem Jahrzehnt ist die Plattform zu einem Synonym für den Begriff
“Soziales Netzwerk” geworden.
Mit annähernd 2 Milliarden monatlich aktiven Nutzern scheint Facebook der ultimative Treffpunkt für Unternehmen hinsichtlich potenzieller Zielgruppen zu sein.

Dennoch ringt Facebook schon seit längerem mit dem Rückgang aktiver Nutzer. Während 2012 noch fast zwei Drittel der Social-Media-Nutzer in Deutschland auf Facebook emsig Beiträge und Kommentare verfasst und Bilder und Videos eingestellt haben, waren es 2014 deutlich weniger als die Hälfte.
Jetzt fiel dieser Wert noch weiter – nur noch rund ein Drittel der Social-Media-Nutzer in Deutschland nutzt Facebook aktiv.

Der Skandal um Facebook und Cambridge Analytica, der sich im Frühjahr 2018 ausweitete und Facebook immer mehr in die Defensive drängte, hat sicherlich auch etwas damit zu tun.

Die in Russland ansässige Gruppe “Internet Research Agency“ trug im US-Wahlkampf dazu bei, den Ruf der Plattform noch weiter zu schädigen: Sie hatte über gefälschte Facebook-Profile Stimmung für „The Donald“ gemacht und damit den Ausgang der Wahl maßgeblich beeinflusst.

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Warum Facebook als Werbeplattform für KMUs (kleine und mittlere Unternehmen) eher schädlich als nützlich ist, hat aber eher handfeste Gründe:
Im Laufe der Jahre ist es für kleine Unternehmen immer schwieriger geworden, seine Zielgruppe über Facebook zu erreichen.
Wenn Sie über Facebook Kunden oder Besucher auf Ihrer Website gewinnen, werden Sie sich wahrscheinlich fragen, ob sich der Einsatz von Zeit, Geld und der Aufwand am Ende des Tages gelohnt haben.

In diesem Beitrag werden wir klären, warum Facebook für kleine Unternehmen problematisch ist und warum der Aufwand, den Sie betreiben müssen, sich in den meisten Fällen nicht lohnt.

 

  1. Facebook ist nicht billig

Eine Facebook-Seite für Ihr Unternehmen zu erstellen ist kostenlos. Und simpel.
Damit haben Sie Ihr Ziel aber noch längst nicht erreicht.
Sie müssen, um neue Kunden zu erreichen, aktiv für Ihre Seite werben.
Und hier wird es schwierig.

Sie können Facebook-Ads schalten, um Ihre Seite und damit Ihre Produkte und Dienstleistungen zu bewerben.
Es wäre dann naheliegend, dass diese neuen Follower als Ihr Publikum gelten und Ihre Updates in ihrem Newsfeed erhalten, richtig?

Falsch. Nur ein kleiner Prozentsatz – vielleicht 1 – 5 % – derjenigen, denen Ihre Seite gefallen hat, werden Ihre Updates sehen.
Um eine größere Reichweite zu erzielen, müssen Sie mehr Geld ausgeben. Dieses kann von 5 € bis 300 € reichen um 500 bis 50.000 Leute zu erreichen.
Denken Sie daran, dass das ‘Erreichen’ dieser Personen bedeutet, dass Ihre Anzeige in den Newsfeeds der Nutzer erscheinen lässt. Es gibt keine Garantie, dass sie diese anklicken oder beachten.
Derartige Aktionen können sich dann als kostspielig erweisen und auch ´mal bis zu 10 Euro pro Person kosten.

Leider scheint es, dass Facebook-Werbung mehr auf große Unternehmen (mit entsprechenden finanziellen Möglichkeiten) ausgerichtet ist.

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  1. Sie brauchen dynamische Inhalte, die ins Auge fallen

Natürlich ist es mittlerweile sinnbefreit, ein Foto oder ein Status-Update auf Facebook zu bewerben.
Das interessiert kaum jemanden. Es wird in einem Meer von attraktiven Inhalten untergehen, von denen das bekannteste das automatische Abspielen von Videos mit manchmal fragwürdigen Inhalten ist.

Während es für große Marken und Unternehmen möglich ist, mit Multimediainhalten Werbung zu betreiben, sieht das bei KMUs meistens anders aus.
Da das Budget nicht vorhanden ist, ist es unwahrscheinlich, dass die Erstellung von interessanten, lebendigen Videoinhalten Priorität hat.

Wenn man genau hinschaut, wird man feststellen, dass die Reichweite von Videos im Gegensatz zu den anderen Postings meistens deutlich höher ausfällt. Der Facebook-Algorithmus scheint Videos also zu “mögen”.
Es ist aber nicht nur die Reichweite, die das Posten von Videos so interessant macht.
Es lässt sich ebenfalls beobachten, dass Beiträge mit Videos im Durchschnitt zu mehr Interaktionen führen, also häufiger geteilt, geliked und kommentiert werden.

  1. Facebook-Algorithmen favorisieren keine Marken

Sie haben den kniffligen und kostspieligen Prozess der Werbung durchlaufen. Sie haben spannende Inhalte erstellt, die die Aufmerksamkeit des Nutzers auf sich ziehen.
Und Sie hoffen, dass es von nun an ohne Probleme so weiter geht.
Weit gefehlt.

Facebook hat kürzlich einen neuen Algorithmus angekündigt, der die von Freunden eines Nutzers geteilten Inhalte über alle Werbe- oder Markeninhalte stellt.
In diesem Zusammenhang warnten sie die Unternehmen davor, dass ihr “Post-Reichweiten- und Empfehlungsverkehr potenziell zurückgehen könnte”.

Irgendetwas sagt mir, dass dies minimal untertrieben sein könnte.

 

  1. Facebook verändert sich ständig

Wenn Sie seit einigen Jahren ein aktives Facebook-Mitglied sind, werden Sie bemerkt haben, dass das Erscheinungsbild fast so häufig gewechselt wird wie manche „Freunde“ ihre Unterwäsche austauschen (hoffentlich).

Sie haben es endlich geschafft haben, alle Hürden zu überwinden?
Sie haben die User dazu gebracht, sich mit Ihrer Seite und den Inhalten Ihres Unternehmens zu beschäftigen?
Das kann sich das schlagartig und jederzeit ändern.

Facebook legt großen Wert auf das Feedback der Nutzer bei der Entwicklung seiner Algorithmen, Schnittstellen und Anwendungen.
Das bedeutet, dass der Wandel ständig vor der Tür steht.
Das ist keine stabile Basis für eine Social-Media-Strategie.

 

  1. Facebook von Abwärtstrend besonders betroffen

Seien wir ehrlich: Facebook ist nicht mehr der Spitzenreiter, der es einmal war.
Es ist zwar nach wie vor das größte soziale Netzwerk in Bezug auf die monatlich aktiven Nutzer. Allerdings gehen die Zahlen stetig zurück.
Facebook war 2014 das einzige der acht größten sozialen Netzwerke, das einen Rückgang der aktiven Nutzer verzeichnete. Tumblr und Pinterest stiegen um 95% bzw. 97%.

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Und das ist nicht das Schlimmste

Nicht nur die Zahl der Nutzer sinkt:

40% der aktiven Benutzer sind regelmäßig auf Facebook unterwegs, haben aber noch nie etwas gepostet.

50% gaben an, nur 1-5 Stunden pro Woche auf Facebook zu verbringen (gegenüber 37,5% im Vorjahr).

Nur ca. 40 % sehen sich in Zukunft häufiger auf Facebook.

Wenn wir uns die Zahlen zur Unternehmenswerbung auf Facebook ansehen, sagen über 80% der Nutzer, dass sie entweder selten oder nie auf Facebook-Anzeigen klicken.
32% sagen, dass es überhaupt keine beworbenen Beiträge geben sollte.

Es ist nicht zu leugnen, dass diese Zahlen für jeden, der innerhalb des Reiches von Mark Zuckerberg Werbung machen will, äußerst ungünstig sind.

Andere soziale Netzwerke, die deutlich besser für die Werbung kleiner Unternehmen sind

Da sich Kleinunternehmer von Facebook abwenden, sind andere soziale Netzwerke dank relativ wartungsarmer und benutzerfreundlicher Werbemethoden viel attraktiver:

Twitter ist die Heimat vieler Unternehmen und Marken. Die Leute wissen, dass Twitter eine zuverlässiger Plattform ist, um  auf dem Laufenden zu bleiben. Bezahlte Werbung auf Twitter ist einfach: Sie setzen einen Betrag hinter einen Tweet und zahlen nur für die Klicks, die Sie bekommen.

LinkedIn ist für kleine Unternehmen eine gute Plattform, um sich als Experte auf Ihrem Gebiet zu etablieren. Anzeigen und gesponserte Updates sind verfügbar und alltäglich für Unternehmen.

Google+ hat bei einigen Nutzern einen schlechten Ruf. Wahr ist aber, dass eine gut gebaute Präsenz auf der Plattform die Suchmaschinenergebnisse verbessern und mehr Besucher auf Ihre Website bringen kann.

Tumblr und Pinterest wachsen beide massiv, wie wir gesehen haben, aber diese werden nicht so sehr für Werbung genutzt. Sie sind besser geeignet, um Ihr Unternehmen einem etablierten Publikum visuell zu präsentieren.

Fazit

Facebook hat seine Anziehungskraft für einen Teil der Unternehmer immer noch nicht verloren – vor allen Dingen für diejenigen, die im Tal der Ahnungslosen beheimatet sind.
Für alle anderen ist klar, das sich der Einsatz von Geld und der zeitliche Aufwand nicht lohnen werden.

Facebook bevorzugt große Marken, die in der Lage sind, große und damit teuere Anzeigen zu schalten, die Hunderttausende von Usern anziehen.
Obwohl, wie wir gesehen haben, können sogar die Tage der großen Marken auf Facebook gezählt sein, wenn sich nämlich die Algorithmen ändern und die Nutzerzahlen sinken.

Für kleine Unternehmen ist Social Media ein wesentlicher Bestandteil einer Online-Strategie. Da jedoch viele kleine Unternehmen in ihren Ressourcen begrenzt sind, müssen sie sicherstellen, dass sie ihre Anstrengungen darauf konzentrieren, den maximalen ROI (Return on Investment = Rendite) zu erzielen.

Wie wir gesehen haben, ist Facebook nicht die Plattform dafür. Kleinunternehmer wären gut beraten, ihre Bemühungen in andere soziale Netzwerke zu investieren.

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