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Soziale Netzwerke

Facebook – Fluch oder Segen?

Gibt es ein Leben nach oder gar ohne Facebook?

Mit mehr als zwei Milliarden Nutzerinnen und Nutzern ist Facebook das größte soziale Netzwerk weltweit.
Zu dem von Mark Zuckerberg gegründeten Unternehmen gehören heute auch weitere populäre Dienste wie Instagram und WhatsApp.

Kürzlich verteidigte sich Mark Zuckerberg vor dem amerikanischen Kongress gegen den Vorwurf der politischen Manipulation. Hatte Donald Trump die Wahl zum US-Präsidenten mit Datenanalysen von Cambridge Analytica gewonnen? Wie groß waren die Datenlecks, die Cambridge Analytica und natürlich auch Facebook zu verantworten hatte?

Was genau ist hier passiert?

Können wir Facebook immer noch als Segen für unser (soziales) Leben betrachten oder wird es zu einem Fluch?
Was sind die Konsequenzen für Sie als Unternehmer oder Künstler?

Fakten

Die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern wurden an Cambridge Analytica weitergegeben. Die wiederum hat sie an Dritte wie die russische Internet-Forschungsagentur weitergegeben.
Das warf Fragen auf:
Was genau wusste die Firma über 87 Millionen Nutzer?
Wer steckt hinter dem schillernden Unternehmen?

facebook-buttons

Wer hat hier schon wieder abkassiert?

Facebook verdiente 2017 rund 33,76 Milliarden Dollar mit Werbung.  Zusammen mit Google ist das fast die Hälfte der weltweiten Ausgaben für digitale Werbung.

Die Daten von jedem Nutzer werden von Fb auf Servern gespeichert.
Das sind immerhin alle Fotos und Videos, die Sie jemals gepostet haben.
Dazu gehören aber auch alle gespeicherten aktiven Sitzungen, einschließlich Datum, Uhrzeit, Gerät, IP-Adresse, Cookie- und Browserdaten.
Damit nicht genug: Auch Themen, für die Sie sich interessieren – basierend auf Ihren Neigungen, Interessen und andere Informationen, die Sie auf Ihrer Timeline eingetragen haben.

Mit anderen Worten: Unsere Benutzerdaten werden in Bargeld konvertiert.

 

Doppelmoral

Um es zusammenzufassen:

Im Austausch für benutzerfreundliche, kostenlose Dienstleistungen nutzen Sie das Internet und “bezahlen” mit Ihren Daten. Diese Daten werden verwendet, damit Werbekunden bestimmte Zielgruppen erreichen können. Sie verhelfen den Technologieunternehmen zu einem enormen
Wissen über Nutzergewohnheiten.

  • Welche Seiten sie besuchen,
  • welche Bücher sie lesen,
  • welche Musik sie hören oder
  • welche politischen Parteien sie interessant finden.

 

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Hiobsbotschaft: Das Facebookpixel ist allgegenwärtig

Fast jede Website hat einen Facebook-Button, so dass die Plattform genau weiß, welche Seiten Sie besucht haben.

Dieser Button wird Facebook-Pixel genannt, ein für das bloße Auge unsichtbarer Punkt. Dieses Pixel platzieren Unternehmen auf ihrer Website: Durch das Pixel kann die Plattform Informationen über das Klickverhalten der Nutzer sammeln.

Es ist also kein grafisches Pixel, das irgendwo auf der Seite als einzelner Punkt erscheint 😉. Der Facebook Pixel ist nichts anderes als ein mehrzeiliger Code. Der Facebook Pixel sammelt Daten des Websitebesuchers, schickt sie an Dritte (Facebook) und setzt zudem Cookies.

 

Und wie steht es nun um den Datenschutz?

Betrachtet Facebook die DGVSO (Datenschutz-Grundverordnung)  weiterhin als freundliche Empfehlung?

Lange Zeit haben Datenschutzexperten und -kritiker vor dem Datenhunger von Unternehmen wie Facebook, Google & Co gewarnt. Erst nach dem Datenschutz-Skandal mit Cambridge Analytica scheint die Öffentlichkeit  aufzuwachen.

Wird Facebook zu wirksamer Selbstkontrolle und Transparenz fähig sein?

Die Europäische Union hat beschlossen, nicht zu warten. Sie ist die erste, die den Nutzern mit einer neuen Richtlinie, der Allgemeinen Datenschutzverordnung (DGVSO), mehr Kontrolle über ihre Daten gibt. Die Verordnung ist am 25. Mai 2018 in Kraft getreten.

Und was ist mit Cambridge Analytica?

Es handelte sich um ein IT-Service-Management-Unternehmen, das 2013 von der SCL-Gruppe, einem privaten britischen Unternehmen für Verhaltensforschung und strategische Kommunikation, gegründet wurde. Es lieferte Daten, Analysen und Strategien an Regierungen und militärische Organisationen weltweit. In den Vereinigten Staaten hat SCL vor allem durch sein Schwesterunternehmen Cambridge Analytica öffentliche Anerkennung erlangt.

Das Datenanalyse-Unternehmen hat im Mai 2018 Insolvenz angemeldet. Es hatte seinen Hauptsitz in New York City und sammelte und analysierte in großem Stil Daten über potentielle Wähler. Ziel war, durch individuell zugeschnittene Botschaften das Wählerverhalten zu beeinflussen (Mikrotargeting).

Im Fall von Cambridge Analytica geht es somit um einen regelrechten Datendiebstahl.

Ein ziemlich brisantes Thema in jüngster Zeit!

Durch eine Benutzerumfrage-App kamen nicht nur die Daten der Benutzer einer Quiz-App in die Hände von Cambridge Analytica, sondern auch die ihrer Freunde. Wir sprechen hier von zweistelligen Millionenzahlen von Facebook-Usern.

Die Reaktion von Mark Zuckerberg: “Es war meine Schuld, es tut mir leid”. Hätte es einen Emoticon-Button in Verbindung mit dieser Aussage gegeben, könnten wir uns das Ergebnis vorstellen….

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Was können wir gegen Datenmissbrauch auf Facebook tun?

Nun, zunächst einmal ist es ein guter Anfang, dass Sie diesen Artikel lesen! Sie haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Sie verlassen Facebook.

Das wäre bedauerlich. Am Ende des Tages ist die Plattform immer noch ein ausgezeichnetes Werkzeug, um Ihr Publikum zu erreichen.

Oder Sie organisieren sich:

Kontrollieren Sie,  wie Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen in Ihrem privaten Profil eingestellt haben. Es gibt recht viele Videos und Artikel darüber bei Google. Allerdings sollten Sie nicht die von Facebook erstellten verwenden. Aus naheliegenden Gründen.

Für Unternehmer, Künstler und Musiker:

  • Erstellen Sie eine Firmen-/Band/Musiker-Seite, die neben Ihrem Profil läuft. Auf diese Weise halten Sie Ihr Privatleben und Ihr Geschäftsleben getrennt.
  • Verwenden Sie Facebook niemals, um eine schnelle Verbindung zu anderen Websites herzustellen, auf denen Sie sich anmelden. Erstellen Sie stattdessen Ihr Konto mit Ihrer E-Mail-Adresse.
  • Vermeiden Sie nutzlose Quizspiele wie: “Wer werde ich in meinem nächsten Leben sein”, “Welche Farbe hat meine Aura” oder “Welcher Komponist passt am besten zu mir”, denn diese Ratespiele sind ausgezeichnete Möglichkeiten, alles über Sie herauszufinden!
  • Bewerten Sie Ihr eigenes Nutzerverhalten auf Facebook kritisch. Beachten Sie, was Sie lesen, mögen und kommentieren.
  • Informieren Sie sich darüber, wie Algorithmen funktionieren und lassen Sie sie für Sie (und nicht gegen Sie) arbeiten.
  • Reduzieren Sie Ihre Zeit auf Facebook. Nutzen Sie es für Ihre beruflichen Vorteile und um Dinge zu teilen, die für andere wirklich interessant sind.

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